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Re: Hat jemand auf Q2 direkt gestrichen?

Verfasst: Mi 24. Jan 2018, 10:04
von MrWitchblade
Wir haben direkt drauf gestrichen. Bei den Stellen die richtig schlecht verspachtelt waren (waren sehr wenige) selber nochmal kurz drübergeschliffen. Dann haben wir grundiert, dann eine gefüllte Farbe gestrichen (in der ist Sand drin, gibt eine Art Streichputzeffekt, und man sieht die Ansätze darunter nicht mehr)
Auf die gefüllte Farbe kam dann unsere Wunschfarbe drauf. Wir sind mit den Ergebnissen eigentlich zufrieden. Lediglich an der Decke sieht man ab und an die Ansätze vom Streichen, was aber nichts mit der Q2 Spachtelung zu tun hat, sondern mit unserer Streichtechnik. Wir hatten die Farbe entgegen der Herstellervorgabe gerollt anstatt mit Bürste gestrichen.
Also alles in allem ein gutes Ergebnis. Jedoch sauviel arbeit.. (3 mal streichen)

Re: Hat jemand auf Q2 direkt gestrichen?

Verfasst: Mi 24. Jan 2018, 13:18
von wosch87
Dumme Frage: Ob Q2 oder Q3 spielt doch bzgl. "setzen" der Fugen keine Rolle, der Unterschied ist doch nur, dass bei Q3 zusätzlich der ganze Rigips verspachtelt wird, oder nicht? Die Fugen selbst sind doch beim einen wie beim anderen.

Alles was ich bisher gesehen und gehört habe, kann man sich Q3 sparen, solange man anständig grundiert. Denn durch das unterschiedliche Saugverhalten von Rigips (vergleichsweise wie ein Schwamm) und Spachtelmasse kommt es sonst zu sichtbaren Übergängen.
Mein Kumpel hat satt mit verdünnter Farbe grundiert, das Ergebnis spricht für sich - das geht auch.

Re: Hat jemand auf Q2 direkt gestrichen?

Verfasst: Mi 24. Jan 2018, 13:30
von MarkL.
Grundieren sollte man Grundsätzlich im Neubau und das mit Tiefengrund, egal ob Q2 oder Q3, da sowohl Spachtelmasse als auch Rigips saugend sind und zusätzlich auch Staub gebunden wird.

Re: Hat jemand auf Q2 direkt gestrichen?

Verfasst: So 28. Jan 2018, 09:18
von bert
Vllt kann ich kurz was grundsätzliches beitragen.

Teure Innendispersionsfarben haben einen höheren Anteil an Titandioxid. Titandioxid ist sehr teuer und stark nachgefragt und ist dafür verantwortlich, dass die Farbe eine gute Deckkraft beim ersten Anstrich hat. Bei billigen bzw. oft auch günstigen weißen Innendispersionsfarben ist hier das Titandioxid sehr herabgesetzt und durch Füllstoffe, die ebenfalls weiß sind, ausgetauscht. Diese Füllstoffe haben jedoch keine gute Deckkraft. Oft ist es bei diesen günstigen weißen Innendispersionsfarben so, dass wenn man gestrichen hat es nicht gleich deckt, aber im Verlauf der Trocknung die Farbschicht immer weißer wird. Somit sieht man erst mach der Trockung was sache ist.
Bestes Beispiel: Mit Kreide (ist übrigens ein Füllstoff) auf nasser Tafel schreiben. Man sieht erst fast nichts, aber sobald die Tafel trocken wird, wird das geschriebene erkennbar.

Pigmentierter Tiefgrund ist aus dem o.g. Fakt teurer als „normaler“ Tiefgrund, da sicherlich Titandioxid drin ist, guckt mal hinten aufs Etikett bei gelegenheit. Theoretisch könnte man auch etwas der hochwertigen weißen Innendispersionsfarbe, in den „normalen“ Tiefgrund mischen. Mischverhältnis, Mischbarkeit etc. müsste man vorher ausprobieren. Wie der Tiefgrund jetzt chemisch aussieht wegen der Mischbarkeit oder irgendwelchen nachteiligen Reaktionen, sei mal dahingestellt. Tiefgrund ist im Endeffekt ein unpimentiertes Bindemittel welcher nach Trocknung die Oberfläche schließt, sodass der Untergrund weniger saugt.

Man könnte jetzt noch auf die Pigmentvolumenkonzentration eingehen, aber das sprengt es.

Wenn man einmal im Flow ist, wird aus kurz meistens lang :D

Re: Hat jemand auf Q2 direkt gestrichen?

Verfasst: Mo 29. Jan 2018, 20:43
von GERWildcat
Von der chemischen Seite dürfte nichts gegen eine Mischung von Tiefengrund und Dispersionsfarbe sprechen. Bei der Trocknung verdampft nur Wasser, in beiden Fällen unterstützt durch was leicht flüchtiges. Je nach Hersteller ist das irgendein wasserbindiger Alkohol. Da darf nichts reagieren. Sonst würde die trockene Farbe auf der Wand auch reagieren.

Re: Hat jemand auf Q2 direkt gestrichen?

Verfasst: Di 30. Jan 2018, 19:29
von bert
Stimmt auch wieder. Reagieren war vllt falsch ausgedrückt, beeinflussen wäre vllt passender, dass wenn evtl. zu viel Farbe beigemischt wurde die Trocknung bzw. das einziehen des Tiefgrunds in den Untergrund durch das abtrocknen der Farbe irgendwie gehindert wird. Im geringen Maße ist das beimischen aber sicherlich machbar. Ich werds mal testen und dann berichten.

Übrigens hier gilt nicht, viel hilft viel. Die Oberfläche könnte dadurch zu glatt werden und womöglich rutscht die Rolle dann mehr als das sie rollt.

Re: Hat jemand auf Q2 direkt gestrichen?

Verfasst: Di 13. Mär 2018, 16:25
von Apfeltabak
Ich meine in einem IGG-Merkblatt mal gelesen zu haben, dass man bis zu 5% Dispersionsfarbe zur Grundierung beimischen darf, um die Spur zu erkennen. Sicherlich ist auch mehr möglich, die Farbenhersteller wollen natürlich auch ihre pigmentierte Grundierung verkaufen ;). Die Erfahrungen hierzu interessieren mich auch.