Luftfeuchtigkeit im Winter

Kosten, Einzug, Nachbarn, Grillen.....
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Rohaja
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Re: Luftfeuchtigkeit im Winter

Beitrag von Rohaja » Fr 8. Jan 2016, 10:54

Die niedrigen Luftfeuchten entstehen durch die Lüftungsanlagen. Ohne Lüftungsanlage musst du mindestens 2, wenn nicht 3 mal am Tag (2mal bei Abwesenheit tagsüber, 3mal wenn jemand da ist) in allen Zimmern 5-10 Minuten stoßlüften, also Fenster komplett auf, am besten über Kreuz.

Es ist also kein Mangel.

Zudem beachte: relative Luftfeuchte, heißt in kälterer Luft kann weniger Feuchte aufgenommen werden, daher ist die relative Luftfeuchte dann höher. Sprich Schlafräume ruhig auf 20 Grad heizen ;).

Luftfeuchtereduktion durch Stoßlüften funktioniert so:
Kältere Luft kommt in den Raum, wärme verbrauchte geht raus. Durch die erklärte relative Luftfeuchte ist die kalte Luft also trockener (gerade im Winter, sofern es nicht regnet) und wird dann durch die Heizung erwärmt und kann somit mehr aufnehmen an Feuchte. Somit sinkt die relative Luftfeuchte.
Umgekehrt: übersättigte Luft, die sich kalt niederschlägt, verliert Feuchte, die sich dann niederschlägt und für Schimmel sorgt.

Fakt ist: Heutige dichte Häuser, sollten entweder eine Lüftungsanlage oder disziplinierte Bewohner (Lüftverhalten) haben, sonst hast du schneller Schimmel, als du gucken kannst.

Im Endeffekt hilft ein Hygrometer bei der Überwachung.

Wir haben übrigens im Bad (offene Dusche mit Rinne, Wasser am Boden lassen wir so trocknen) ein paar Stunden nachdem geduscht wurde wieder nur 40% Luftfeuchte (mit Lüftungsanlage).
Wir wohnen in einem Fertighaus mit zwei Vollgeschossen und Flachdach am Niederrhein (nicht FH).

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Bernd
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Re: Luftfeuchtigkeit im Winter

Beitrag von Bernd » Fr 8. Jan 2016, 11:00

Projekt2014! hat geschrieben:Ja viele Aussagen hier im Forum bewegen Sich bei der Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 50 % woebei eher gegen 40 %...
Da handelt es sich aber fast ausschließlich um Häuser mit Lüftungsanlage!

Du musst also immer schön drauf achten, dass es bei dir nicht zu nass wird. Nicht, dass sich da irgendwo was bildet. :noe
Die mit einer Lüftungsanlage müssen eher darauf achten, dass ihre Blumen im Winter nicht nicht eingehen. ;)
142m² Eigenplanung mit Pultdach, WiGa, Podesttreppe, Gallerie und im kompletten OG Dach = Decke
auf 4.998m² Grundstück
LWZ303 Integral, Kamin, KFW55
22.05.2012 aufgestellt
09.09.2012 eingezogen

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Re: Luftfeuchtigkeit im Winter

Beitrag von Fremdbauer » Fr 8. Jan 2016, 11:42

Manch einer redet sogar von Stosslueften alle 4h. Also immer schoen nachts den Wecker stellen ;-) Nicht umsonst werden mittlerweile Fensterfalzluefter verbaut, also die Fenster gezielt undicht gemacht... ein toller BDT-Test ist naemlich fuer ein Haus ohne Lueftungsanlage ganz grosser Mist. Ok, ein schlechter Test ist auch Mist, da man nunmal auch nicht durch die Daemmung lueften will...
Also: viel lueften, wenn das nicht hilft mehr lueften, wenn das nicht hilft dezentrale Wohnraumlueftung oder Fensterfalzluefter nachruesten.
Raumtemp. liegen in den Wohnräumen und Bäder so bei 21 Grad und in Schafräumen bei 18 Grad.
Das ist natuerlich auch ein Problem... je mehr Schafe, desto mehr Luftfeuchtigkeit. Vielleicht doch lieber noch einen (undichten) Stall fuer die Schafe bauen ;-)

Bernd:
eine gute Blume sagt Bescheid wenn sie Durst hat. Anders wuerden meine auch ohne Lueftung nicht ueberleben.

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Re: Luftfeuchtigkeit im Winter

Beitrag von Projekt2014! » Fr 8. Jan 2016, 12:32

Ok, das war mir nicht bewusst, dass die Aussagen zu den 40% Leuten immer eine KWL hatten.

ICh war nur etwas erschrocken, dass bei uns das so hoch ist.

Würde mich mal interesiieren wie das bei anderen hier ist die auch keine KWL haben. Muss es ja geben, dass noch mehr ohne KWL gebaut haben. Würde mich schon wundern!

grüße

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Rohaja
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Re: Luftfeuchtigkeit im Winter

Beitrag von Rohaja » Fr 8. Jan 2016, 12:38

Um dich etwas zu beruhigen: unter 40% ist eigentlich schon zu wenig. Zwischen 40 und 65% ist gut. Drüber sollte es aber nicht gehen, dann droht Schimmelgefahr.
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Re: Luftfeuchtigkeit im Winter

Beitrag von Projekt2014! » Fr 8. Jan 2016, 12:40

ok. ich bin nämlich auch gerade am suchen, wie die luftfeuchtigkeit optimal ist für gut gedämmte häuser.

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Re: Luftfeuchtigkeit im Winter

Beitrag von Rohaja » Fr 8. Jan 2016, 12:48

Hat nix mit gedämmt oder ungedämmt zu tun, sondern mit Raumklima ;).
Besorg dir ein paar Hygrometer und verteil sie auf die Räume. Daran kannst du dann ganz gut ablesen, ob ihr ausreichend lüftet.
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Re: Luftfeuchtigkeit im Winter

Beitrag von Projekt2014! » Fr 8. Jan 2016, 12:51

ich hab ja Hygrometer aufgestellt, daher ich weiß ich ja das wie die Werte haben ;-)
Es hat schon etwas mit der Dämmung zu tun, wenn man nachließt!

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Re: Luftfeuchtigkeit im Winter

Beitrag von Fremdbauer » Fr 8. Jan 2016, 12:53

Hat natuerlich auch was mit gedaemmt zu tun. Je einheitlicher gedaemmt, desto hoeher kann die Luftfeuchtigkeit gehen, ohne das Probleme entstehen. Die etwa 60% als Obergrenze entstehen ja dadurch, dass du in der Realitaet meist Stellen mit mehreren Grad Temperaturunterschied hast, wo dann an der kalten Stelle eben die Luftfeuchtigkeit durch die Abkuehlung zu hoch wird und somit das Wasser kondensiert. Je geringer diese Temperaturunterschiede, desto hoeher darf die Luftfeuchte der warmen Luft sein. Nur kann auch bei einem gut gedaemmten Haus keiner garantieren, dass nicht irgendwo eine fiese Kaeltebruecke ist... oder sich mit der Zeit bildet. Von daher wuerde ich bei jedem Bau versuchen unter maximal 65%, eher 60%, zu bleiben.
Die untere Grenze gibt hingegen hauptsaechlich der Mensch und sein wohlbefinden vor. Extrem niedrige Luftfeuchten sind zwar fuers Material auch nicht gut, aber da fuehlt sich der Mensch dann laengst sehr unwohl.

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Re: Luftfeuchtigkeit im Winter

Beitrag von SJS » Fr 8. Jan 2016, 13:08

Ich kann Euch beruhigen:

Wir haben KEINE Lüftungsanlage, jedoch die passiven Fensterfalzlüfter. Wir lüften nicht aktiv alle 4h oder noch öfter quer durchs ganze Haus, sondern morgens und abends mal kurz, aber auch nicht im ganzen Haus. Im Schlafzimmer ist ein Fenster über die ganze Nacht gekippt (Rolladen ist heruntergelassen, aber auf Lüftungsstellung).

Und man mag es kaum glauben: wir haben gefühlt immer eine sehr gute Luft im Haus und meine Luftqualitätssensoren (CO2 und VOC-Messung) bestätigen das und zeigen alle grün, also perfekte Luft. Trotz dieser ach so undichten Gebäudehülle und ohne KWL mit Wärmerückgewinnung und sonstigen Spielereien haben wir nur ca. 40-50€ Heizkosten im Monat (Brennwerttherme) und Sommer wie Winter immer eine perfekte Luftfeuchtigkeit....und nun?

Ein Freund hat mit Wärmepumpe und KWL gebaut, der hat im Monat auch auch nicht weniger Heizkosten, hat auch keine bessere Luft und dafür aber rund 10.000€ mehr ausgegeben...
Beste Grüße,
Stefan

Unser Haus: VIO3XX-Serie individuell umgeplant mit Erker, 2 Balkonen, Keller, Doppelgarage und KNX-Bussystem...
...DANKE@FingerHaus, hat Spaß gemacht mit Euch!!!

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Beitrag von Eugen » Fr 8. Jan 2016, 13:20

Wir haben auch keine. Lüften 2x am Tag. Manchmal auch zusätzlich nach dem kochen. Kein Problem mit der Feuchtigkeit. Letztes Jahr 28€/Monat für Gas bezahlt. Müssen aber dieses Jahr nachzahlen.
Medley 200B mit WiGa auf Bodenplatte in Fernwald (Hessen) - VERKAUFT
Fenster, Türen, Garagentore, Beschattung, Insektenschutz -> PM

PV-Anlage: http://pv-fernwald.bplaced.net/index.php - VERKAUFT

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Re: Luftfeuchtigkeit im Winter

Beitrag von Rohaja » Mi 20. Jan 2016, 10:47

Bei aktuellen Temperaturen knapp unter null:
Heute früh im Bad (in dem gestern Abend zuletzt geduscht wurde, ohne Boden und Wände trocken zu legen) 28% :D.
Da merkt man doch sehr, was trockene, kalte Luft beim Lüften (und somit für die Lüftungsanlage) ausmacht :D.

Könnte schon ein bisschen mehr Luftfeuchte haben, aber solange ich nicht wieder vom Sofa eine gewischt kriege, kann ich damit leben :).
Wir wohnen in einem Fertighaus mit zwei Vollgeschossen und Flachdach am Niederrhein (nicht FH).

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Re: Luftfeuchtigkeit im Winter

Beitrag von ChristianM » Sa 23. Jan 2016, 19:57

Die Tage wurde es echt unangenehm bei uns, zuletzt hatten wir 31% Luftfeuchtigkeit. Die Haut fing an zu jucken, die Nase trocknete aus und der Hals kratzte. Auch das Parkett sah nicht mehr so gut aus. Gestern überlegten wir noch einen Luftbefeuchtern zu kaufen (Venta LW25 oder Beurer LW220), allerdings hatte ich meine Zweifel ob diese ausreichen würden. Auch die angegebene Lautstärke hat mir nicht gefallen. Wir versuchen es jetzt mit "Berechnete-Wäsche". Wir haben heute bei Ikea 84 Handtücher in der Größe 30x50cm für je 39 Cent gekauft. Zusammen also eine Fläche von 12,6 m2. Damit nutzen sie unseren Wäscheturm, welcher über einer Lüftung steht, fast optimal aus. Innerhalb von 8 Stunden konnten wir so die Luftfeuchtigkeit von 33 auf 41% erhöhen. Ich hoffe wir schaffen es die Tage auf über 50%. Nass machen wir die Tücher in der Waschmaschine im 15 Minuten Programm.
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Re: Luftfeuchtigkeit im Winter

Beitrag von robinson » Sa 23. Jan 2016, 22:41

Ich fall vom Sofa....

Ja ist denn heute schon der 1. April.

Verrückt und imho keine wirkungsvolle Dauerlösung.
Wir bauten ein FlairPlus 200 auf Bodenplatte; mit Wintergarten und Carport...

Werkvertrag: Januar 2010
Hausmontage: November 2010
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Luftfeuchtigkeit im Winter

Beitrag von ChristianM » Sa 23. Jan 2016, 23:21

was wäre denn eine dauerhafte Lösung?

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