Schallschutz

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BingoBenni
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Schallschutz

Beitrag von BingoBenni » Mi 3. Apr 2019, 22:10

Ich hoffe es kann in der Technik-Ecke Platz finden, ansonsten gerne verschieben.

Generell die Frage: Wer hat Schallschutzfenster und bewertet diese wie?
Hat jemand explizit empfohlenem Schallschutz widersprochen und wie bewertet man die Entscheidung nachträglich?

Die Lärmpegelkarten und daraus resultierenden Anforderungen kann ich nur bedingt nachvollziehen und würden in unserem Falle zu deutlichen Mehrkosten führen, daher eben die Frage, ob es gut investiertes Geld ist oder eben nicht, weil zB die Geräusche "einfach" durch die Wand kommen.

MaryB
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Re: Schallschutz

Beitrag von MaryB » Do 4. Apr 2019, 07:22

Ich kann nur aus Erfahrung von Hotelübernachtungen in Großstätten reden. Es ist schon irre wie heftig der Unterschied zwischen Fenstern mit und ohne Schallschutz ist. In München hatte ich ein Zimmer wo hinten raus die Bahn lang fuhr. Mit Schallschutz hat man gar nichts gehört. Fenster auf und es sind einem die Ohren abgefallen. Nun baue ich nur auf dem Land wo ab und an ein Traktor Krach macht, da reichen uns dicke die 3 Fach Gläser.
Wenn es keine Vorschrift ist würde ich das nach persönlichen Empfinden beurteilen, ob mir auf langer Sicht es vielleicht doch zu laut werden kann oder Familienmitglieder eine empfindlichere Wahrnehmung besitzen. Ich bin was Geräusche angeht sehr sensible. Deshalb bin ich auch schon skeptisch ob mir nicht die KWL im Schlafzimmer zu laut ist. Oder ob ich im Wohnzimmer die LWZ höre...
Vielleicht kennt ihr ja jemanden der so Fenster hat, dann kann man mal den Unterschied hören. Ein Bekannter von mir brauchte neue Fenster und hat diese mit Schallschutz gekauft, er sagt beste Entscheidung.
Wir bauen ein Madley 3.0 mit Wintergarten, LWZ und Kamin im Vogelsberg
Planung 03/18
Bauantrag 08/18
Baubeginn 02/19
Bäder:05/19
Einzug:06/19
Geplant: Garten

bobokoko
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Re: Schallschutz

Beitrag von bobokoko » Do 4. Apr 2019, 07:33

Uns wurde von FH empfohlen die Schlafzimmer mit Schallschutzfenstern zu verglasen. Haben uns aber dagegen entschieden. Derzeit stört es uns auch nicht und wir haben bei weitem nicht die aktuellsten Fenster.
Empfehlung beruhte darauf, dass man außen den Autobahnverkehr, je nach Wetterlage deutlich hört. Luftlinie sind das ca. 550m
Im Haus denke ich kaum, dass man das hören wird (gerade in Anbetracht der KWL).
Ansonsten gilt für uns das gleiche wie beim Vorredner, wir wohnen auf dem Land, daher keine Hauptverkehrsstraße mit ständigem Autolärm oder vorbeifahrenden Zügen.
Das solltest du auf Grund der persönlichen Gegebenheiten, ggf. auch Empfindlichkeit, entscheiden.
Einen Vergleich zu ziehen wird denke ich sehr schwierig, außer du Haus zwei Häuser in der selben Straße nebeneinander stehen zum direkten Vergleich.
Aber da wir selbst noch nicht eingezogen sind, kann ich auch nicht aus der Praxis berichten, lediglich wie und warum wir so entschieden haben

HB-NH2015
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Re: Schallschutz

Beitrag von HB-NH2015 » Do 4. Apr 2019, 12:06

Also ich hör bei geschlossenen Fenstern die Vögel lauter singen als in der massiven Mietwohnung mit 2-fach Verglasung.
Ich hör auch von draussen wenn drinnen laut gesprochen wird oder von drinnen wenn sich jemand auf der Straße unterhält. Alles gefühlt mehr als in der Mietwohnung.
Wenn die Müllabfuhr durch die Straße fährt morgens um 6 steht man fast im Bett (ist zum Glück nur 1x im Monat das Papier).

Ich glaube also daher, dass in einem Fertighaus Schalzschutzfenster einzubauen schon ein wenig paradox ist.
Ich kann mir nicht vorstellen dass bei mir der ganze Lärm durch die Fenster reinkommt.
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Dez '15 Werksvertrag
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Mai '16 Planungsgespräch
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Feb '17 Hausmontage
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GOPL
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Re: Schallschutz

Beitrag von GOPL » Do 4. Apr 2019, 12:11

@HB wann hast du gebaut?
Wir sind aktuell dabei und finden den Schallschutz super. Evtl. hat sich das mit dem neuen Wandaufbau gebessert

HB-NH2015
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Re: Schallschutz

Beitrag von HB-NH2015 » Do 4. Apr 2019, 12:14

Mai 2017 eingezogen.
BuL vom Dezember 2015 unterschrieben (KfW55)
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Re: Schallschutz

Beitrag von Dr. Bob » Do 4. Apr 2019, 13:24

Also bei uns ist es so, dass unser Schlafzimmer unter der Dachschräge liegt und die Dachschräge wiederum einer Straße zugewandt ist. Durch die Schräge und die Dacheindeckung kommt deutlich mehr Schall durch als durch die normale 3fach-Verglasung, von daher wäre das meiner Meinung nach im wahrsten Sinne des Wortes zum Fenster raus geschmissen. Die Frage ist eher, ob man die Schalldämmung des Daches, bzw. der Schräge verbessern kann.
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BigNose82
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Re: Schallschutz

Beitrag von BigNose82 » Do 4. Apr 2019, 13:27

Mensch, du hättest auch Dämmung ins Dach packen müssen :lol:
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Re: Schallschutz

Beitrag von bobokoko » Do 4. Apr 2019, 13:45

wie GOPL schon schreibt, vllt hat sich ja durch den sich ändernden wandaufbau auch ggf. was an der dachschräge verändert...

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Re: Schallschutz

Beitrag von Dr. Bob » Do 4. Apr 2019, 14:09

BigNose82 hat geschrieben:
Do 4. Apr 2019, 13:27
Mensch, du hättest auch Dämmung ins Dach packen müssen :lol:
:-P

Die Dämmung ist so wie sie sein soll - nur halt weniger schalldämpfend als die normalen 3fach-Fenster. Ich denke es liegt an den Dachziegeln, im EG ist es auch ruhiger
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Re: Schallschutz

Beitrag von Elphaba206 » Do 4. Apr 2019, 19:19

Bei uns ist es auch so, dass man oben im Schlafzimmer (mein Vermutung war auch die Schräge/ Kopf liegt direkt drunter) teilweise deutlich hört, wie sich die Leute auf der zur Schräge zugewandten Straßenseite unterhalten. Im Erdgeschoss nicht.

Lies doch mal bei diesem Nutzer http://www.fingerhaus-forum.de/memberli ... ile&u=2602 Sie sollten wegen einer Eisenbahn mit Schallschutz bauen, haben es aber glaube ich dann noch abgewendet und nicht bereut. Aber ist schon älter, deswegen weiß ich die Zusammenhänge nicht mehr genau.
https://fingerhausfuerschnuff.blogspot.com

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Ausführungspläne 06/17
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Re: Schallschutz

Beitrag von caphiwe » Do 4. Apr 2019, 21:00

Also wir wohnen auch relativ ländlich...dass heißt aber nicht dass es leise ist ;-) jetzt geht die Motorradsaison wieder los und häufig liegt auch der endanflug eines Flughafens über der Stadt ;-).

Wir haben den neuen Aufbau und muss sagen ich hab es mir besser gedämmt erhofft...man hört vorbeifahrende Autos deutlich

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Re: Schallschutz

Beitrag von SJS » Do 4. Apr 2019, 22:29

Ich kann 100% unterschreiben, was oben HB-NH2015 geschrieben hat. Der Schallschutz eines Finger- oder generell Fertighauses in Holzständerbauweise gegen Lärm von außen ist definitiv deutlich schlechter als in einem Massivhaus. Es fehlt einfach die "träge Masse" einer Wand aus Stein, damit z.B. ein vorbeifahrendes lautes Auto die Wand nicht zu kleinen Schwingungen anregt, die dann nach innen übertragen werden (da hilft auch die Dämmwolle in der Wand kaum, da es durch die festen Sparren dazwischen zu einer akustischer Kopplung der Platten kommt). Ich kann mittlerweile praktisch jeden Nachbar am Geräusch seines Autos identifizieren, ohne durchs Fenster zu schauen. Das gelingt mir im 40 Jahre alten Elternhaus (gemauert) in 200m Entfernung zu unserem Haus (also gleiche Umgebung) nicht, und dort ist nur normales 2-faches Isolierglas verbaut.

Uns störts nicht, da wir auf dem Land wohnen und es da insgesamt extrem ruhig ist. Man hört innen auch Stimmen von außen und umgekehrt hört man außen, wenn jemand innen den Stecker aus einer Steckdose zieht. Das hat natürlich auch die Ursache darin, dass es hier so ruhig ist und man da natürlich wesentlich "sensibler" auf Geräusche ist, als wenn man ständig einen gewissen Grundlärm um sich herum hat.

Im lauten Stadtgebiet oder in lauter Umgebung wäre damit FH bzw. ein Holzständer-Fertighaus leider keine Empfehlung. Da helfen auch Schallschutzfenster nur bedingt. Der fehlende Schallschutz ist bei uns aber auch wirklich der einzige Wermutstropfen oder Nachteil eines Fertighauses - ansonsten sehe ich auch nach 6 Jahren nur Vorteile.
Beste Grüße,
Stefan

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...DANKE@FingerHaus, hat Spaß gemacht mit Euch!!!

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Re: Schallschutz

Beitrag von BigNose82 » Fr 5. Apr 2019, 06:41

Unser Haus wohnt dann wohl an einer Art Benchmarkpunkt :-)
Wie schon öfters erwähnt, Ortsdurchfahrt mit Anbindung zweier Steinbrüche. Ein dritter (der größte) Bruch der gleichen Firma ist etwas weiter entfernt mit separater Anbindung. Am Tag etwa 200 Kiesbomber - hin und wieder zurück. Im dritten Bruch habe ich sieben Jahre lang fast jeden Samstag LKWs beladen oder gebaggert.

Fun Fact: In unserer zuvor bewohnten, massiven Mietwohnung, etwa 80 m Luftlinie vom Haus entfernt, konnte ich abends im Bett anhand der tiefen Frequenzen, die entstehen, wenn man im Radlader vom Gas geht, das Ladespiel eines LKWs gedanklich mitverfolgen. Wenn die LKWs mit gezogenem Retarder und/oder aktivierter Staudruckbremse zurück kamen, haben sich immer mal wieder dumpf dröhnende Resonazen in der Wohnung ergeben.
Im Haus ist dafür jetzt das Rasseln der Siebe oder das rhythmische Geräusch des Brechers wahrnehmbar.

Ein Fertighaus kommt offenbar mit tiefen Frequenzen besser klar. Dafür werden die höheren weniger gedämpft. Seit wir im Haus wohnen, kann ich am Geräusch eines vorbeifahrenden Autos erkennen, ob die Straße nass oder trocken ist. Das ging in der Wohnung nicht.

Um das ganze gedanklich besser einordnen zu können: Der dritte Bruch ist nur hör- oder besser: wahrnehmbar, wenn es ansonsten ganz still ist - also nachts. Die anderen beiden arbeiten nachts nicht. LKWs und Autos hören wir natürlich. Die Geräusche gehen aber im Betriebsgeräusch innerhalb des Hauses unter. Ab 15:00 Uhr lässt der LKW Verkehr stark nach, am späten Nachmittag/Abend ist bis auf ein paar Autos Ruhe. Die Außeneinheit einer WP würde mehr stören.
Und wer sich fragt wie man da nur bauen kann... Der Langfristplan ist, dass die Brüche verbunden werden und der Verkehr ganz aus dem Dorf verschwindet. Das sollte bis zur Rente, wenn wir auch tagsüber zu Hause sind, wohl funktionieren :-) Außerdem gilt 30 als Höchstgeschwindigkeit.

Wir haben keinerlei Schallschutzmaßnahmen umgesetzt.
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Re: Schallschutz

Beitrag von SJS » Fr 5. Apr 2019, 18:24

BigNose82 hat geschrieben:
Fr 5. Apr 2019, 06:41
LKWs und Autos hören wir natürlich. Die Geräusche gehen aber im Betriebsgeräusch innerhalb des Hauses unter.
Ist das jetzt ein noch nicht bekannter weiterer Vorteil eines Hauses mit KWL, dass man durch das ewige Grundrauschen der Lüftung mit der Zeit einfach "schwerhöriger" wird ? Sorry, der musste jetzt einfach sein :TR

Also unser Haus macht keine Betriebsgeräusche. Vom Knacken des Holzes bei Temperaturwechsel mal abgesehen, aber das kommt wirklich selten vor...
Beste Grüße,
Stefan

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