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Möglichkeiten des Schallschutzes

Verfasst: So 4. Okt 2020, 20:37
von MurphysLaw
Guten Abend in die Community!

Ich sitze gerade an der Lärmoptimierung unseres VIO 420, bekomme jedoch keine so richtigen Infos ran
- Frankenberg möchte nur seeeehr ungern Infos zweimal raussuchen/ Optionen ausarbeiten - "kommt ja eh alles bei der Bemusterung".
Finde das suboptimal, da ich so recht planlos in die Bemusterung stolpere... z.T. mit "Großprojekten" - oder auch nicht.

Ein "Großprojekt" ist der Schallschutz.

Ich bin brutal ruheliebend, was aber Nachbarn und v.a. meine "Kurzen" nicht immer so wirklich interessiert.

Unser HWR soll direkt unter ein KInderzimmer. Ich habe gesehen, das der ein oder andere schon die Luftschalldämmung
("abgehängte Decke") an der Decke HWR verbaut hat - Was habt Ihr denn pro m2 dafür bezahlt?

Hat jemand von Euch eine Etagenzwischendecke mit erhöhtem Schallschutz (besserer Trittschall oder anderweitig bessere Isolierung)?
Was habt ihr denn bezahlt? War das zufriedenstellend?

Hat jemand Erfahrungen/ Weis, was es gibt, ob es etwas bringt, was es kostet etc. ...
Innenzwischenwand mit erhöhter Schalldämmung/ Außenwand mit erhöhter Schalldämmung aber v.a. eine bessere Schalldämmung
der Dachschrägen im OG (wo die Kinder-/ Schlafzimmer liegen; KS 130)

Die Kosten der Fenster hab ich so grob bereits... da ich aber nicht den Hauch einer Idee habe, was denn die anderen baulichen Maßnahmen
kosten könnten, kann ich auch schwerlich eine Kalkulation machen.

Auch wenn es schon thematisiert wurde, möchte ich zu den Innentüren dann doch noch mal nachfragen...
bringen schalloptimierte Innentüren bei KWL grundsätzlich gar nichts? Ich finde irgendwie schon, dass eine "vernünftige" Tür trotz
Lüftungsspalt mehr dämmen sollte, als n besserer "Vorhang" (Übertreibung mach ja bekanntlich anschaulich).

Herzlichen Dank für Eure Hilfe... wenn denn überhaupt schon jemand Erfahrungen mit "erweiterter Schalldämmung" hat.

Schönen Abend und beste Grüße aus Bonn
MurphysLaw

Re: Möglichkeiten des Schallschutzes

Verfasst: Mi 7. Okt 2020, 17:38
von Karle
Die Frage ist halt was man bzgl. Schallschutz machen kann.

Klar bessere Fenster, aber in wie weit das bei einer Holzständerwand was bringt kann ich schlecht beurteilen.

Im Vergleich zu einer massiven Wand aus Ziegeln ist der Schallschutz von außen bei einem Fertighaus schon etwas anders.

Ob einen das stört liegt wohl immer im Auge des Betrachters.

Innen haben wir keine Probleme, aber klar man hört schon wenn oben jemand läuft, aber wir haben auch ein komplett offenes Treppenhaus ohne Türen.

Habe auch mal gelesen, dass Betonziegel deutlich besser bzgl. Schall sein sollen als Tonziegel.

Gruß

Karl

Re: Möglichkeiten des Schallschutzes

Verfasst: Do 8. Okt 2020, 07:31
von MurphysLaw
Hallo und danke KARL für Deine Antwort!

Die Grundsätzlichkeiten des Holzständerbaus sind schon klar, die Frage ist halt nur "was geht noch".

Schalldämmfenster hab ich schon geplant, interessant wäre gewesen, was v.a. die abgehängte Decke und ggf. die Dachschrägenanpassung kosten würde da der HWR und die Schrägen ja offenbar geräuschtechnisch etwas problematisch zu sein scheinen.
Aber offenbar kann keiner etwas dazu sagen - was mich beim HWR schon erstaunt, da ich schön öfter davon gelesen habe, dass FH-Bauer die abgehängte Decke haben.

Die weitere "interne" Schalldämmung war einheitlich eher aus der Überlegung geboren, die Bewohner nicht über Gebühr beschränken zu müssen... wenn "Junior" im Zimmer die "Mucke" 'mal aufreißt, will ich ja im Bett oder Arbeitszimmer nicht gleich 'n Knalltraume bekommen. ;-)
Und bzgl. der offenbar geringeren Schalldämmung der Dachschrägen ist halt die Frage, ob sich eine Fensterauslegung Klasse III oder IV im OG lohnt, wenn eh "jedes Geräusch" übers Dach reinkommt.

Beste Grüße
MurphysLaw

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Re: Möglichkeiten des Schallschutzes

Verfasst: Do 8. Okt 2020, 07:43
von Bernd
Die abgehängte Decke im HWR wird von FH vorgeschlagen, wenn direkt darüber ein Schlafzimmer ist.
Ich habe die Decke zwar auch, würde aber fast behaputen, dass ich sie nicht gebraucht hätte. Die alte LWZ 303i ist doch recht leise.
Und da kommt auch ein recht wichtiger Punkt dazu, was den HWR angeht!
Was für eine Heizung ist geplant?
Denn die Heizungen werden auch nicht gerade lauter. Daher wird eine abgehängte Decke wohl eher seltener wegen dieser verbaut, sondern eher wegen der Waschmaschiene oder dem Trockner. Denn die sind teilweise ne ganze Ecke lauter, wie meine alte LWZ!

Aber grundsätzlich.
Warst Du schon mal in einem aktuellen Fingerhaus, was an einem doch eher lauten Ort steht?
Denn nur so kann man ja selber testen, ob man wirklich noch zusätzliche Schalldämmung braucht!

Re: Möglichkeiten des Schallschutzes

Verfasst: Do 8. Okt 2020, 08:24
von Shadow85
Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass wohl das wichtigste für "inneren" Schallschutz eine nicht offene Bauweise darstellt. Was natürlich dem aktuellen Trend entgegen steht. Aber hier muss man entscheiden was einem wichtiger ist.

Wir haben keine zusätzliche Schalldämmung verbaut und einen großen Wohnraum, allerdings mit Tür zum Flur. Wenn man unten mit normaler Lautstärke den Fernseher an hat, hört man das oben im Schlafzimmer nicht. Andersrum genauso.
Unsere LWZ304 hört man auch nur, wenn man im Hausgang steht und die Tür zum HWR offen ist. Darüber höre ich sie auch nicht, wobei hier unser Badezimmer ist und kein Schlafzimmer.

Was man hört: wenn man im OG "trampelt" oder auf einem Laufband läuft.

Da ich vor unserem FingerHaus nur in massiver Bauweise gewohnt habe, finde ich allerdings Schalltechnisch kaum einen Unterschied. In der Mietwohnung habe ich bei der massiven Betondecke über uns trotzdem die Nachbarn lautstark streiten hören... bzw. auch den aufgedrehten Fernseher oder mal lautere Musik.

Re: Möglichkeiten des Schallschutzes

Verfasst: Do 8. Okt 2020, 08:24
von MurphysLaw
Hallo Bernd!


Danke für Deinen Kommentar - nein, hab noch kein lärmgeplagtes FH im Umkreis gefunden! ;-)

Das mit den HWR stimmt sicherlich... v.a. der Wäschetrockner wird ordentlich Lärm machen. Zumal ein Kind drüber schläft/ wohnt.

Die "Ausstattung" des HWR wird 'ne ZEHNDER 350Q, eine VITOCAL X00-G (Erdwärme), PV "Verarbeitung und Speicherung" und WM/WT sein.

Blöd ist "halt echt", dass die tatsächliche Notwendigkeit sich erst zeigen dürfte - oder eben nicht - wenn es zu spät ist.


Was hast Du denn für die abgehängte Decke bezahlt? (bzgl. m2) Wie stark reduziert das denn die Raumhöhe? Dämmt das auch von "oben nach unten"?

Schönen Tag und Grüße vom Rhein!
MurphysLaw

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Re: Möglichkeiten des Schallschutzes

Verfasst: Do 8. Okt 2020, 08:54
von Bernd
MurphysLaw hat geschrieben:
Do 8. Okt 2020, 08:24
...nein, hab noch kein lärmgeplagtes FH im Umkreis gefunden! ;-)...
Vielleicht mal deinen Berater/Markler fragen, ob der in seinem Kundenkreis eins zum kurzen "probelauschen" hat?
Im Musterhauspark in Hannover steht das Fingerhaus nur ca. 100m von der Autobahn entfernt. Da ist nach meinem Wissen nichts extra gedämmt. Da hatte es mich wirklich erschrocken, wie leise das schon im Inneren war!


MurphysLaw hat geschrieben:
Do 8. Okt 2020, 08:24
...Was hast Du denn für die abgehängte Decke bezahlt?...
Kann ich gar nicht sagen. Würde auch kaum was bringen, da wir vor 8 Jahren gebaut haben.


MurphysLaw hat geschrieben:
Do 8. Okt 2020, 08:24
...Wie stark reduziert das denn die Raumhöhe? Dämmt das auch von "oben nach unten"?
Hat mich dann eben doch selber mal interessiert!
Die Decke im HWR ist 3,5cm tiefer.
Wenn ich mich richtig errinnere, kommt dann auf die Lattung der Zwischendecke Metallschienen, an die widerum schwimmend gelagert weitere Schienen aufgehängt werden.
An diesen werden dann zwei Lagen Rigipsplatten befestigt.

Wie da die Schalldämung von oben nach unten ist, kann ich nicht beurteilen, da ich meistens mit im Schlafzimmer bin, wenn es da mal lauter wird. ;)

Re: Möglichkeiten des Schallschutzes

Verfasst: Do 8. Okt 2020, 21:05
von BauherrRLP
Wir haben vor 5 Jahren gebaut - haben über dem hwr ein Kinderzimmer und keine extra Maßnahmen ergriffen. Haben Erdwärme, davon hört man gar nichts. Wie schon oben erwähnt, hört man hauptsächlich den Trockner, selbst Waschmaschine eigentlich weniger. Unseren Sohn hat es bis jetzt nicht gestört und 2 Jährige sind schon anfällig für Geräusche... Ich persönlich höre es wenn ich dort bin, meine Frau nicht. Und wenn Tür zu ist zum Flur, bekommt man oben praktisch nichts mit. Auch nicht wenn Besuch da ist. Auch ein weinendes Kind hört man unten nicht auch wenn es sehr laut schreit. Bin im Haus immer überrascht und habe den Eindruck ist besser und auf keinen Fall schlechter wie bei massiv Bauweise. Anders sieht es im Obergeschoss mit Geräuschen von außen aus - Wohnen aber zum Glück ruhig...

Re: Möglichkeiten des Schallschutzes

Verfasst: Di 13. Okt 2020, 08:19
von Dr. Bob
Also aus meiner Sicht sind spezielle Schallschutzfenster - gerade im DG fürn Arsch (sorry). Durch die Dachkonstruktion kommen wesentlich mehr Schall/Straßenlärm/Geräusche durch als durch irgend ein geschlossenes 3fach verglastes Fenster. Im EG auch - da habe ich den Eindruck, dass über die Fäche der Wand mehr übetragen wird als durchs Fenster.

Was den HWR angeht, kann ich nicht weiterhelfen, da die LWZ, Trockner, WaMa und Server im Keller stehen mit dicken Betonwänden/Decken und Klimaklasse 3-Tür.

Re: Möglichkeiten des Schallschutzes

Verfasst: Di 13. Okt 2020, 13:48
von MurphysLaw
Oh je...

das ist ja mal ein vernichtendes Urteil!

Vom Dach hab ich ja schon reichlich gehört, dass aber die Wände auch "hellhörig" sein sollen ist mir in der Tat neu.

Ich muss aber sagen, dass irgendwo dann natürlich auch die Grenzen des Finanzierbaren erreicht sind...
an den Außenwänden habe ich inzwischen nicht mehr vor nach Aufmusterungsmöglichkeiten zu fragen - bei den Dachschrägen schon!

Wundert mich nur, dass das offensichtlich bislang über Jahre niemand gemacht hat.

Eigentlich sollte eine Dämmungsverstärkung in den Wohnraumschrägen DG ja nicht DER riesen Aufwand (= Kosten) sein.

Dämmmaterial mit besseren Schalldämmeigenschaften und/ oder eine extra "Lage" Wandaufbau wäre doch schon der richtige Weg - dachte ich mir so.
Vor allem ist das ja für die - regelmäßig im DG liegenden - Schlafzimmer interessant.

Ich lass überall RC2 Fenster rein machen, die sollen per se schon eine bessere Schalldämmung als die Standardfenster bieten (trotz 2 Scheibenaufbau)...
ich hoffe mal, dass das ausreichend ist.

Zum HWR wurde ja schon einiges Konstruktives geschrieben.

Wie üblich hab ich jetzt zwar 'ne UMSETZUNGSidee, leider aber wieder keine PREISidee.

Find ich echt blöd, dass man sich diesbezüglich nicht auf die Bemusterung vorbereiten kann - das überfährt einen doch!
Nun ja, ich werd's erleben

Schönen Tag noch aus Köln
MurphysLaw

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Re: Möglichkeiten des Schallschutzes

Verfasst: Di 13. Okt 2020, 22:21
von nixus_maximus
Ich finde die Wände eigentlich nicht explizit hellhörig - Bob hat ja auch nur gesagt, das der zusätzliche Schallschutz wenig bringt.

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Re: Möglichkeiten des Schallschutzes

Verfasst: Mi 14. Okt 2020, 10:10
von Bernd
Das bringt ja alles nichts, wenn hier Leute sagen, dass die oder die Wand "hellhöriger" sind!

MurphysLaw muss sich selber davon einen Eindruck verschaffen, ob die Wände und Fenster seinen Ansprüchen genügen!

Und wenn man solche Angst hat, dass man von draußen ein Auto oder die Nachbarn mal höhren könnte, sollte man sich vielleicht nach einem ruhigeren Bauplatz umschauen?!

Re: Möglichkeiten des Schallschutzes

Verfasst: Mi 14. Okt 2020, 12:32
von GERWildcat
Ich versteh auch nicht so ganz was mit den 2 Scheiben gemeint ist. Meine RC2-Fenster haben 3 Scheiben...

Die Wand ist auch nur dann hellhöriger als bei einer gemauerten Wand, wenn man wie wir die Außenhaut aus Dämmstoff hat. Bei der Holzfaserplatte sieht das sicher anders aus. Die haben aber noch nicht all zu viele Leute.

Ich wohne an einer Durchgangsstraße und kann mich nicht beschweren. Der Linienbus ist leicht hörbar wenn er vorbei fährt. Die Gerüstbaufirma nebenan ist beim Aufladen auch hörbar. Das hört man aber beides auch in gut Schallgedämmten Häusern. Und die Party nebenan, da macht man eh am besten mit. Schalldicht ist mit Standartbauweise eben nicht machbar, bzw. extrem teuer.

Re: Möglichkeiten des Schallschutzes

Verfasst: Do 15. Okt 2020, 08:17
von Shadow85
MurphysLaw hat geschrieben:
Di 13. Okt 2020, 13:48
Ich lass überall RC2 Fenster rein machen, die sollen per se schon eine bessere Schalldämmung als die Standardfenster bieten (trotz 2 Scheibenaufbau)...
ich hoffe mal, dass das ausreichend ist.
Ich hoffe es war nicht der Berater, der das behauptet hat um Dir etwas aufzuschwatzen :D

RC2 sind Einbruchhemmende Fenster, die von außen dadurch zu erkennen sind das ein Schloss zum Absperren angebracht ist. Zudem sind innen die Scheiben am Rand verklebt und die Rahmen verstärkt. Mit Schallschutz hat das eigentlich nichts zu tun.

Die 3-fach Verglasung ist bei FH Standard und für KfW40 Häuser auch eine zwingende Voraussetzung.

Re: Möglichkeiten des Schallschutzes

Verfasst: Do 15. Okt 2020, 11:45
von Dr. Bob
nixus_maximus hat geschrieben:
Di 13. Okt 2020, 22:21
Ich finde die Wände eigentlich nicht explizit hellhörig - Bob hat ja auch nur gesagt, das der zusätzliche Schallschutz wenig bringt.

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Genau. Was bringen die schallschutzdichtesten Fenster der Welt, wenn sich der Schall einen anderen Weg sucht. Bei unserem Anwendungsfall (Landstraße in der Nähe plus Lärmschutzwall) ist das Dach der Knackpunkt. Schallschutzfenster wären rausgeworfenes Geld gewesen. und wir haben auch überall RC2.