Hat jemand auf Q2 direkt gestrichen?

Alles was in der Bauphase geschieht hier rein
MrWitchblade
Ingenieur
Beiträge: 314
Registriert: Mo 16. Jan 2017, 00:58

Re: Hat jemand auf Q2 direkt gestrichen?

Beitrag von MrWitchblade » Mi 24. Jan 2018, 10:04

Wir haben direkt drauf gestrichen. Bei den Stellen die richtig schlecht verspachtelt waren (waren sehr wenige) selber nochmal kurz drübergeschliffen. Dann haben wir grundiert, dann eine gefüllte Farbe gestrichen (in der ist Sand drin, gibt eine Art Streichputzeffekt, und man sieht die Ansätze darunter nicht mehr)
Auf die gefüllte Farbe kam dann unsere Wunschfarbe drauf. Wir sind mit den Ergebnissen eigentlich zufrieden. Lediglich an der Decke sieht man ab und an die Ansätze vom Streichen, was aber nichts mit der Q2 Spachtelung zu tun hat, sondern mit unserer Streichtechnik. Wir hatten die Farbe entgegen der Herstellervorgabe gerollt anstatt mit Bürste gestrichen.
Also alles in allem ein gutes Ergebnis. Jedoch sauviel arbeit.. (3 mal streichen)

wosch87
Ingenieur
Beiträge: 410
Registriert: So 29. Okt 2017, 11:03

Re: Hat jemand auf Q2 direkt gestrichen?

Beitrag von wosch87 » Mi 24. Jan 2018, 13:18

Dumme Frage: Ob Q2 oder Q3 spielt doch bzgl. "setzen" der Fugen keine Rolle, der Unterschied ist doch nur, dass bei Q3 zusätzlich der ganze Rigips verspachtelt wird, oder nicht? Die Fugen selbst sind doch beim einen wie beim anderen.

Alles was ich bisher gesehen und gehört habe, kann man sich Q3 sparen, solange man anständig grundiert. Denn durch das unterschiedliche Saugverhalten von Rigips (vergleichsweise wie ein Schwamm) und Spachtelmasse kommt es sonst zu sichtbaren Übergängen.
Mein Kumpel hat satt mit verdünnter Farbe grundiert, das Ergebnis spricht für sich - das geht auch.

MarkL.
Architekt
Beiträge: 990
Registriert: Sa 23. Jan 2016, 21:41

Re: Hat jemand auf Q2 direkt gestrichen?

Beitrag von MarkL. » Mi 24. Jan 2018, 13:30

Grundieren sollte man Grundsätzlich im Neubau und das mit Tiefengrund, egal ob Q2 oder Q3, da sowohl Spachtelmasse als auch Rigips saugend sind und zusätzlich auch Staub gebunden wird.

bert
Azubi
Beiträge: 85
Registriert: Do 12. Okt 2017, 11:41

Re: Hat jemand auf Q2 direkt gestrichen?

Beitrag von bert » So 28. Jan 2018, 09:18

Vllt kann ich kurz was grundsätzliches beitragen.

Teure Innendispersionsfarben haben einen höheren Anteil an Titandioxid. Titandioxid ist sehr teuer und stark nachgefragt und ist dafür verantwortlich, dass die Farbe eine gute Deckkraft beim ersten Anstrich hat. Bei billigen bzw. oft auch günstigen weißen Innendispersionsfarben ist hier das Titandioxid sehr herabgesetzt und durch Füllstoffe, die ebenfalls weiß sind, ausgetauscht. Diese Füllstoffe haben jedoch keine gute Deckkraft. Oft ist es bei diesen günstigen weißen Innendispersionsfarben so, dass wenn man gestrichen hat es nicht gleich deckt, aber im Verlauf der Trocknung die Farbschicht immer weißer wird. Somit sieht man erst mach der Trockung was sache ist.
Bestes Beispiel: Mit Kreide (ist übrigens ein Füllstoff) auf nasser Tafel schreiben. Man sieht erst fast nichts, aber sobald die Tafel trocken wird, wird das geschriebene erkennbar.

Pigmentierter Tiefgrund ist aus dem o.g. Fakt teurer als „normaler“ Tiefgrund, da sicherlich Titandioxid drin ist, guckt mal hinten aufs Etikett bei gelegenheit. Theoretisch könnte man auch etwas der hochwertigen weißen Innendispersionsfarbe, in den „normalen“ Tiefgrund mischen. Mischverhältnis, Mischbarkeit etc. müsste man vorher ausprobieren. Wie der Tiefgrund jetzt chemisch aussieht wegen der Mischbarkeit oder irgendwelchen nachteiligen Reaktionen, sei mal dahingestellt. Tiefgrund ist im Endeffekt ein unpimentiertes Bindemittel welcher nach Trocknung die Oberfläche schließt, sodass der Untergrund weniger saugt.

Man könnte jetzt noch auf die Pigmentvolumenkonzentration eingehen, aber das sprengt es.

Wenn man einmal im Flow ist, wird aus kurz meistens lang :D
viewtopic.php?t=4328 <- Hier steht alles

Benutzeravatar
GERWildcat
Ingenieur
Beiträge: 299
Registriert: So 6. Aug 2017, 19:52

Re: Hat jemand auf Q2 direkt gestrichen?

Beitrag von GERWildcat » Mo 29. Jan 2018, 20:43

Von der chemischen Seite dürfte nichts gegen eine Mischung von Tiefengrund und Dispersionsfarbe sprechen. Bei der Trocknung verdampft nur Wasser, in beiden Fällen unterstützt durch was leicht flüchtiges. Je nach Hersteller ist das irgendein wasserbindiger Alkohol. Da darf nichts reagieren. Sonst würde die trockene Farbe auf der Wand auch reagieren.
KW 30/2017 Werkvertrag
KW 11/2019 Einzug

Wir haben ein frei geplantes Architektenhaus gebaut auf erster Basis eines Neo 111. Wir könnten nicht glücklicher sein in unserem eigenen kleinen Haus.

bert
Azubi
Beiträge: 85
Registriert: Do 12. Okt 2017, 11:41

Re: Hat jemand auf Q2 direkt gestrichen?

Beitrag von bert » Di 30. Jan 2018, 19:29

Stimmt auch wieder. Reagieren war vllt falsch ausgedrückt, beeinflussen wäre vllt passender, dass wenn evtl. zu viel Farbe beigemischt wurde die Trocknung bzw. das einziehen des Tiefgrunds in den Untergrund durch das abtrocknen der Farbe irgendwie gehindert wird. Im geringen Maße ist das beimischen aber sicherlich machbar. Ich werds mal testen und dann berichten.

Übrigens hier gilt nicht, viel hilft viel. Die Oberfläche könnte dadurch zu glatt werden und womöglich rutscht die Rolle dann mehr als das sie rollt.
viewtopic.php?t=4328 <- Hier steht alles

Benutzeravatar
Apfeltabak
Praktikant
Beiträge: 4
Registriert: Di 15. Nov 2016, 12:23

Re: Hat jemand auf Q2 direkt gestrichen?

Beitrag von Apfeltabak » Di 13. Mär 2018, 16:25

Ich meine in einem IGG-Merkblatt mal gelesen zu haben, dass man bis zu 5% Dispersionsfarbe zur Grundierung beimischen darf, um die Spur zu erkennen. Sicherlich ist auch mehr möglich, die Farbenhersteller wollen natürlich auch ihre pigmentierte Grundierung verkaufen ;). Die Erfahrungen hierzu interessieren mich auch.
Wir bauen ein NEO 2XX mit 1,60m Kniestock, KfW 40, LWZ in Nordbaden

Benutzeravatar
StElNoSa
Praktikant
Beiträge: 10
Registriert: Do 21. Feb 2019, 14:32

Re: Hat jemand auf Q2 direkt gestrichen?

Beitrag von StElNoSa » Mi 6. Nov 2019, 08:36

Hallo zusammen,

jetzt muss ich das Thema doch nochmal aufgreifen, da wir in 3 Wochen anfangen wollen unser neues Häuschen zu streichen.
Wir lassen alles von FH in Q2 spachteln und unser Plan ist es dann alle Decken und Wände folgendermaßen zu streichen:

1. Grundieren mit StoPrim Color
2. Streichen mit StoLook Struktur G (Rollputz)

Hat da jemand Erfahrung damit bezüglich Rissen? Wir haben bisher unterschiedliche Meinungen gehört.
Einer meinte wir sollten unbedingt Malervlies an der Decke anbringen bevor wir streichen. Ein anderer meinte, dass das Gewebeband - das FingerHaus ja anscheinend bei allen Stößen verwendet - völlig ausreichend ist.

Vielen Dank schon mal für eure Antworten.
Medley 3.0 100A S215 in BaWü

12/2018: Bauantrag
02/2019: Baugenehmigung
06/2019: Bemusterung
08/2019: Keller
10/2019: Haus
01/2020: Einzug ins neue Haus!

BigNose82
-Moderator-
Beiträge: 4029
Registriert: Fr 31. Jul 2015, 17:40
Wohnort: Arnsberg

Re: Hat jemand auf Q2 direkt gestrichen?

Beitrag von BigNose82 » Mi 6. Nov 2019, 09:10

Irgendwo wird so oder so ein Riss entstehen, vor allem in den Wand-Decke-Ecken. Unser (externer) Spachtelmann hat überall Glasfaserbinde eingespachtelt. Alle Wand- und Deckenflächen sind dann direkt gestrichen worden. Kein einziger Riss innerhalb der Flächen.
Die Wand-Decke-Ecken hat er bewusst ausgelassen. "Da kannste auch Stahl einspachteln, das wird reißen". So ist es auch. Mittlerweile hat sich die Bude bei uns wohl fertig gesetzt... Die entstandenen Risse lassen schon mit klarem Menschenverstand darauf schließen, dass sich eine nicht gerissene Unterlage zumindest gelöst hätte und die Ecke damit zu einer Abschrägung umgewandelt worden wäre.
Freie Planung mit Keller auf Basis irgendeines Medleys
167 m², WiGa, 2,15 m Kniestock und Garagen im Keller
LWZ 304 Trend, nichts solares und kein Ofen
Automatisiert mit z-wave und dem HC2
Unsere Grundrisse und andere Impressionen (Update 29.7.19)

matzze2000
Geselle
Beiträge: 200
Registriert: Sa 22. Okt 2016, 22:41

Re: Hat jemand auf Q2 direkt gestrichen?

Beitrag von matzze2000 » Mi 6. Nov 2019, 09:14

Also wir haben ja nach der Grundierung "nur" Sto ColorSilIn benutzt, also Silikatfarbe. Die haben wir großzügig aber auch fast überall mit nur einem einzigen Durchgang gespritzt. Haben jetzt nach etwa einem Jahr einige kleine Risse von oben nach unten (max. 1mm breit), vor allem natürlich dort wo unterschiedliche Wandelemente aufeinander treffen. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Putz da noch mal etwas widerstandsfähiger/ toleranter ist. Aber wenn ihr ganz sicher gehen wollt und euch ein Riss total stören würde dann ist Malervlies wahrscheinlich die beste Lösung.
Wir bauen ein Neo 311 in Sachsen mit Erdwärme.
Hausstellung am 21.02.!

Benutzeravatar
Dr. Bob
Ingenieur
Beiträge: 693
Registriert: Do 9. Nov 2017, 12:28
Wohnort: Pfalz

Re: Hat jemand auf Q2 direkt gestrichen?

Beitrag von Dr. Bob » Mi 6. Nov 2019, 15:50

Wir haben auch direkt gestrichen, bzw gesprüht mit Sto-Grundierung und Sto Silikatfarbe und jetzt nach 2,5 Jahren nirgendwo einen Riss, weder an den Wandflächen noch am Wand/Deckenübergang.
VIO450 mit 176qm Wohnfläche (190qm beheizte Fläche), voll Unterkellert
Beginn: 12/2016
Einzug 06/2017

Shadow85
Ingenieur
Beiträge: 384
Registriert: Fr 24. Feb 2017, 14:10

Re: Hat jemand auf Q2 direkt gestrichen?

Beitrag von Shadow85 » Do 7. Nov 2019, 09:40

Haben es genauso gemacht wie Dr. Bob. Risse habe ich bisher nach 1,5 Jahren nur im Bereich über vier Türen im OG festgestellt (ca. 20-30cm).
Auch in den Ecken ist sonst alles ok.

Benutzeravatar
StElNoSa
Praktikant
Beiträge: 10
Registriert: Do 21. Feb 2019, 14:32

Re: Hat jemand auf Q2 direkt gestrichen?

Beitrag von StElNoSa » Do 7. Nov 2019, 09:53

Vielen Dank für eure Antworten.
In dem Fall werden wir es wohl so wie geplant machen:
Sto-Grundierung und anschließend Sto-Rollputz.
Medley 3.0 100A S215 in BaWü

12/2018: Bauantrag
02/2019: Baugenehmigung
06/2019: Bemusterung
08/2019: Keller
10/2019: Haus
01/2020: Einzug ins neue Haus!

Antworten