Prüfung Grundstücksentwässerung nach DIN 1986 Teil 30 / Grundleitung unter Bodenplatte

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hausbauer2019
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Prüfung Grundstücksentwässerung nach DIN 1986 Teil 30 / Grundleitung unter Bodenplatte

Beitrag von hausbauer2019 » So 10. Nov 2019, 12:44

Hallo,

wir haben unser Entwässerungsgenehmigung erhalten. Darin wird nochmal auf zwei Punkte hingewiesen, zu denen wir noch Fragen haben. Vielleicht könnt Ihr uns ja helfen :-) .

1. Eine Dichtsheitsprüfung der Grundstücksentwässerung nach DIN 1986 Teil 30 ist erforderlich:

Hat jemand ggf. Informationen was sich dahinter verbirgt, mit welchen Kosten man rechnen kann und wer so etwas durchführt? (In der Angebotsvorlage von FH für die Erdarbeiten ist von der DIN 1610 die Rede). Da ich leider keinen Zugriff auf DIN Dokumente habe hoffe ich mir kann jemand weiterhelfen. Wir bauen übrigens in Niedersachsen - falls sich das Abwasserrecht auch auf Länderebene unterscheidet.

2. "Es sollten keine Grundleitungen bzw. Sammelleitungen unter der Bodenplatte verlegt werden!" Wie im Bild zu sehen, sind die Schmutzwasserleitungen jedoch unter der Bodenplatte. (habe sie mal blau markiert) Erdbauer mit denen ich bereits gesprochen habe, haben sich auch gewundert und meinten es wäre üblich die Leitungen sofort nach außen zu führen (also von der Bodenplatte weg). Wie ist das bei euch so gewesen?

Bild

Vielen Dank, viele Grüße und noch einen schönen Sonntag!

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SJS
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Re: Prüfung Grundstücksentwässerung nach DIN 1986 Teil 30 / Grundleitung unter Bodenplatte

Beitrag von SJS » So 10. Nov 2019, 18:41

Also bei uns sind die auch unter der Bodenplatte auf kürzestem Weg zum zentralen Abwasserauslass verlegt und so macht das der Tiefbauer bei uns im Ort auch seit vielen Jahren. Wenn man die Leitungen bei Euch im Bild oben außenherum führen würde, sind das deutlich längere Leitungswege und durch das notwendige Gefälle sitzt dann der Anschlußpunkt zum Kanal tiefer. Das kann, je nach Tiefe des Hauses und Tiefe des Abwasserkanals sowie deren Abstand zueinander ggf. ein Problem sein.
Die Abwasserleitungen liegen unterm Haus auf jeden Fall geschützt und unverrückbar, ich finde das besser als außen am Haus vorbei, wo alles aufgrund des Kellerbaus nachträglich aufgeschüttet und verdichtet wurde.

Dichtheitsprüfung war auch bei uns erforderlich - das war dann eine einfache Kamerafahrt eines Abwasserfuzzis, der dann die Dichtheit bestätigt hat. Hat in 2011 bei uns 340€ gekostet mit Dichtheitsprotokoll, gerade nochmal geschaut.
Beste Grüße,
Stefan

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BigNose82
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Re: Prüfung Grundstücksentwässerung nach DIN 1986 Teil 30 / Grundleitung unter Bodenplatte

Beitrag von BigNose82 » So 10. Nov 2019, 20:05

Die Druckprüfung hat bei uns tatsächlich mit Druck stattgefunden. Alle Enden zu, Blase in die Zuleitung zum Revisionsschacht und dann gib ihm :-)
350 € - SJS hat immerhin noch ne Kamerafahrt dabei gehabt - jetzt bin ich neidisch :lol:

Sollen (möglichst) oder dürfen die Leitungen nicht unter die BoPla? Wie das sinnvoll zu realisieren sein soll, ist mir schleierhaft...
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SJS
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Re: Prüfung Grundstücksentwässerung nach DIN 1986 Teil 30 / Grundleitung unter Bodenplatte

Beitrag von SJS » So 10. Nov 2019, 21:20

Naja, oben steht ja "es sollten keine" und nicht "es dürfen keine" und die Genehmigung ist ja anscheinend erteilt.

Das mit der Kamerafahrt bei uns war wohl eher der Not geschuldet, weil wohl kein Mensch an die Dichtheitsprüfung gedacht hat (und ich ebenso nicht...irgendwann hat sich bei uns der Wasserversorger gemeldet und wollte ein Protokoll). Da hingen dann schon alle WC's und Waschbecken und die ganzen Abflüsse von Heizung, Weichwasseranlage usw. druckdicht zu verschließen wäre ein riesen Aufwand gewesen.
Beste Grüße,
Stefan

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Re: Prüfung Grundstücksentwässerung nach DIN 1986 Teil 30 / Grundleitung unter Bodenplatte

Beitrag von bobokoko » So 10. Nov 2019, 22:25

Dichtigkeitsprüfung lief bei uns zw. Fingerhaus (BoPl) und dem Abwasserfuzzi. Die hatten das glaub mit ner wassersäule geprüft. Gestot hat das m.w. nichts extra.

Das mit den Abwasserleitungen war bei uns ebenso. FH Planung hatte alles unter der BoPl gesammelt und zentral aus. Das entwässerungsgesuch schrieb dann allerdings getrennte Ableitungen vor. Sammlung zentral war dann quasi vor der Haustür und dann ab an den KS.
Waren dann aber natürlich Mehrkosten durch die Mehrmeter

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Re: Prüfung Grundstücksentwässerung nach DIN 1986 Teil 30 / Grundleitung unter Bodenplatte

Beitrag von Shadow85 » Mo 11. Nov 2019, 17:03

Druckprüfung waren bei uns auch Pflicht, zudem hat bei uns die Stadt KG2000 Rohre gefordert.

Der Dienstleister der Stadt, der unser Haus an unseren Revisionsschacht angeschlossen hat, hat auch die Druckprüfung durchgeführt. War genauso wie bei BigNose: die Enden werden zugemacht und dann Druck aufgebaut.

Unsere Leitungen verlaufen auch unter der BoPla zusammen und kommen an der Seite des Revisionsschachts raus. Ist ja unsinnig das die getrennt ums Haus herumlaufen sollen :naja Da finde ich das Risiko höher das da mal was passiert durch Erdarbeiten ...

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Bernd
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Re: Prüfung Grundstücksentwässerung nach DIN 1986 Teil 30 / Grundleitung unter Bodenplatte

Beitrag von Bernd » Mo 11. Nov 2019, 17:15

Das die Rohre möglichst kurz nach außen geführt werden, finde ich schon ganz gut!
Wenn die mal richtig verstopfen, oder eben auch defekt sein sollten, warum auch immer, kommt man da nie wider dran!
Meine gehen auf dem kürzesten Weg nach draußen. Hatte der Tiefbauer damals auch nur so gemacht. Und der hat sehr viel für FH gemacht!

Zur Druckprüfung kann ich nichts sagen, da ich eine Kleinkläranlage habe. Da kann eh kein Druck entstehen.
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Re: Prüfung Grundstücksentwässerung nach DIN 1986 Teil 30 / Grundleitung unter Bodenplatte

Beitrag von hausbauer2019 » Mi 13. Nov 2019, 12:41

Hallo Zusammen,

vielen Dank für eure Antworten. Dann macht die Dichtsheitprüfung wohl nicht der Erdbauer, warum das Aber in der Angebotsvorlage (zur Einhaltung der Erdbau-Angebote) von FH aufgeführt ist, ist mir schleierhaft.

Ich verstehe Beide Argumentationen:

Unter FundamentPlatte:
+ Kurzer Weg
+ optimales Gefälle zum Schacht
- kommt man nie wieder dran

Sofort aus der Bodenplatte rausgeführt und neben dem Haus laufend:
+ kommt man im Ernstfall nochmal dran
- Weg deutlich länger
- (Vermutung) Gefälle nicht so optimal wie bei Variante unter FuPl


Die Formulierung ist tatsächlich "sollen". Man hat diesen Stempel auf den Entwässerungsplan (Dieser Riesen-Faltplan) gemacht:
Bildschirmfoto-2019-11-13-um-11-34-36.png
Da es ein Stempel ist, kommt das wohl öfter vor...

FH hat mir geschrieben sie werden den Hinweis bei den Ausführungsplänen berücksichtigen.

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Re: Prüfung Grundstücksentwässerung nach DIN 1986 Teil 30 / Grundleitung unter Bodenplatte

Beitrag von BigNose82 » Mi 13. Nov 2019, 12:43

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