(Probleme bei der) Estrichtrocknung

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häuslebauer2018
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(Probleme bei der) Estrichtrocknung

Beitrag von häuslebauer2018 » Di 28. Jan 2020, 10:17

Hallo zusammen,

am 19 Dezember wurde wohl das Aufheizprogramm gestartet. Mir ist allerdings am Baustromkasten aufgefallen, dass nicht so viel Strom verbraucht wird. Im Display stand auch nie etwas anderes als 20° Sollwert. Als die Maler dieses Jahr kamen waren sie sehr erstaunt, dass es so kalt im Haus ist. Wir haben täglich 2 mal sehr intensiv >1 Stunde gelüftet und wir hatten teilweise viel Wasser an den Fenster welches wir abgewischt haben. Letzte Woche hatten wir eine Vorab Endabnahme weil jetzt unsere Handwerker ins Haus gehen und dann hat der Bauleiter das Heizprogramm noch einmal neu gestartet. Seit dem ersten Tag ist es gefühlt 40 Grad im Haus.

Am Wochenende waren unsere Parkettverleger im Haus und die sagten die muessen das Protokoll vom Aufheizen sehen, jetzt sagte mir unser Bauleiter, dass es so etwas nicht mehr gibt er könne wohl aber etwas schreiben. Das Programm lief aber korrekt und die können anfangen sobald der Boden trocken ist.

Wenn ich es richtig verstehe, geht es beim aufheizen aber nicht nur um Trocknung sondern auch um korrekte aushärtung, ausdehnung... Ich denke das Programm lief 4,5 Woche nicht korrekt und jetzt knallt die Heizung einfach nur.

Wie genau soll ich mit der Situation umgehen einfach darauf vertrauen das alles so ist wie der Bauleiter sagt und ebenso in den Apfel beißen, dass die Heizung jetzt 6 statt (ich glaube) 4 Wochen am Baustrom laeuft?

Danke Gruß

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Bernd
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Re: (Probleme bei der) Estrichtrocknung

Beitrag von Bernd » Di 28. Jan 2020, 11:04

Da wurde dann wohl versehendlich nicht das Estrichtrocknungsprogramm eingeschaltet, sondern vielleicht nur auf Bereitschaft gestellt?!
Was das trocknen mit geringer Wärme, und dann mit dem richtigen Programm für Auswirkungen auf den Estrich hat, weiß ich aber nicht.

Aber wenn die Heizung 4 bis 5 Wochen mit so einer geringen Temperatur lief, frage ich mich dann doch, warum dir das erst nach so einer langen Zeit aufgefallen ist!

Mein Fliesenleger hat, bevor er mit dem Verlegen angefangen hat, an mehreren Stellen in Haus, obwohl nur in den Bädern Fliesen verlegt wurden, die Restfeuchte vom Estrich gemessen. Da wird eine Bohrung gemacht, die dann mit Spachtel wider verschlossen wird.
Da würde ich mich eher drauf verlassen, als auf eine Aussage über ein Trockungsprogramm.
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häuslebauer2018
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Re: (Probleme bei der) Estrichtrocknung

Beitrag von häuslebauer2018 » Di 28. Jan 2020, 14:02

Hallo Bernd
-Ja mir ist aufgefallen, dass wenig Strom verbraucht wurde und dass es nur "semi" warm war im Haus. Aber laut Aussage des Bauleiters sollten wir darauf achten, dass keine Fehler angezeigt werden im Display. Ich hatte nicht den Auftrag einen Anstieg der Temperatur zu kontrollieren und ich hatte mich vorher auch nicht in das Thema eingelesen. Die Fingerhaus Maler haben mich dann mehrfach darauf aufmerksam gemacht, dass es kalt im Haus ist und das habe ich dann auch dem Bauleiter mitgeteilt. Das hat ihn allerdings nicht wirklich besorgt. Er ist ja auch wie gesagt weiterhin der Meinung, dass alles in Ordnung ist
-Meine Sorge ist ja aktuell nicht, dass der Boden nicht trocken wird, sondern dass der Estrich nicht "korrekt" aufgeheizt wurde. Die CM Messung wird diese Woche noch passieren, aber so wie ich es gelesen habe ist das Aufheizen auch wichtig für die entgültige Stabilität.

BigNose82
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Re: (Probleme bei der) Estrichtrocknung

Beitrag von BigNose82 » Di 28. Jan 2020, 14:36

Ok, die Eigeninitiative lassen wir jetzt mal außen vor.
Das Funktionsheizen dient gemäß DIN EN 1264-4 als Nachweis für den Heizungsbauer, dass er sein Gewerk ordnungsgemäß erledigt hat.
Die spezifische Liegezeit von Anhydrtitestrich beträgt 7 Tage. Danach soll das Funktionsheizen gemäß Norm ablaufen. Es müsste ein Protokoll erstellt werden, in dem genauestens gepflegt ist, welche Temperaturen wann und wie lange angefahren wurden.

Soweit die Theorie

Praktisch wird das gesamte Verteilsystem vor dem Estricheinbau abgedrückt und Leckagen so erkannt. Nach dem Einbau des Estrichs würde es sogar reichen, bis maximal auf die spätere Betriebstemperatur zu fahren... Warum sollte man höher, als es für den Rest der Standzeit geschieht? (=> anderes Thema)?

Nach dem Funktionsheizen kommt das Belegreifheizen, wobei die Restfeuchte auf den erforderlichen Wert gebracht wird.
Bei dir wird halt jetzt direkt mit dem Dampfhammer draufgehauen. Probleme sehe ich da ehrlich gesagt auch nicht. Hauptsache der Estrich wird trocken.
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